25
April
2019
|
12:04
Europe/Amsterdam

Das Herz des Flugbetriebs

Zusammenfassung

In der ersten Etage des Eurowings Gebäudes an der Kölner Waldstraße gehen niemals die Lichter aus. Hier im Integrated Operation Control Center – kurz IOCC – schlägt rund um die Uhr das ganze Jahr über das Herz des gesamten Flugbetriebs.

Sie haben alles auf dem Schirm. Buchstäblich. Das Team im IOCC hat sämtliche Eurowings Flugzeuge fest im Blick. Ob in der Luft oder am Boden, Tag und Nacht. Monitore dominieren das Großraum-Büro, an den meisten der rund 50 Arbeitsplätze ein halbes Dutzend. An manchen sind es sogar noch mehr. Sie alle sind notwendig, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu jeder Zeit die aktuelle Lage übersehen können. Eine ständige Herausforderung – denn es gilt, auf kleinste, unvorhersehbare Abweichungen im Betrieb sofort zu reagieren.

Jeden Tag werden rund 3.000 Flugpläne erstellt, die den Piloten per Tablet mit auf die Reise gegeben werden. Dazu gehört die Festlegung der Routen, Berechnung des Treibstoffs, Berücksichtigung aktueller Infos und vieles mehr. Das IOCC wacht über alles, damit die rund 40 Millionen Passagiere im Jahr pünktlich an ihr Ziel kommen. 

Die Aufgaben in der Steuerungszentrale sind genau verteilt. „Zum Beispiel sorgt das Operation Control Center, kurz OCC, dafür, dass jedes Flugzeug zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist“, erklärt IOCC-Leiter Jörn Messner. „Ebenso muss natürlich koordiniert werden, dass zu jedem Flieger auch die Piloten und das Kabinenpersonal vorhanden sind. Dafür ist die Crew Control, CC, zuständig. Aber das ist noch nicht alles: Wir haben auch ein PCC. Das ist unser Passenger Control Center. Es ist unter anderem Schnittstelle zu den Stationen, Fremdairlines, Veranstaltern, Call Centern und Passenger-/Ground Services im Tagesgeschäft und bietet Stationssupport in allen passagierrelevanten Themen.“ 

OCC, CC, PCC – sie alle sind unter dem Dach des IOCC in Köln vereint. Enge Zusammenarbeit gibt es zudem mit den Kollegen des Maintenance Control Centers MCC, die sich um Technik und Wartung der Flugzeuge kümmern.. „Denn die Sicherheit steht immer an erster Stelle“, betont Messner.

Vieles ist im Voraus planbar – die Zahl der Flugzeuge, die Flugziele, Termine wie Ferienanfänge und so manches mehr. Etliches aber liegt nicht in der Macht des IOCC-Teams. Die Experten sprechen von den „Irregs“, den unvorhersehbaren Unregelmäßigkeiten. „Zum Beispiel kann es vorkommen, dass eine Schlechtwetterfront uns zwingt unseren Plan anzupassen“, gibt Jörn Messner zu bedenken.  

Doch nicht nur das Wetter zählt zu den Unwägbarkeiten. Der IOCC-Chef zeigt auf ein Radarbild, das den Luftraum über Europa darstellt. „Wir sind nicht allein“, sagt er. „Allein im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres wurden im deutschen Luftraum mehr als 5 Millionen Flüge gezählt – weit mehr als je zuvor. Immer häufiger kommt es dadurch zu Engpässen, ja gewissermaßen zu Staus, am Himmel. Auch die sorgen dafür, dass wir unser Qualitätsversprechen in puncto Pünktlichkeit nicht immer einhalten können.“ Vor allem die Wochenenden haben es in sich, wenn bei schönem Wetter offenbar alle gleichzeitig ans Mittelmeer reisen möchten.

„Aber egal, warum – wenn das System einmal aus dem Takt kommt, ist es unser Ziel, den Plan so schnell wie möglich wieder ins Gleichgewicht zu bekommen“, so Jörn Messner.